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Prokrastination: Warum wir aufschieben und wie wir es überwinden können

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Was ist Prokrastination?

Prokrastination ist das absichtliche Aufschieben von Aufgaben oder Angelegenheiten, die erledigt werden müssen, trotz der potenziellen negativen Folgen dieses Aufschubs. Es ist nicht nur Faulheit oder Unfähigkeit, die Zeit zu planen, sondern ein komplexes psychologisches Phänomen, das tief verwurzelte Ursachen hat und einen erheblichen Einfluss auf das Leben des Menschen ausübt.
Es ist eine irrationale Entscheidung, Handlungen aufzuschieben, die durchgeführt werden sollten. Dahinter stehen komplexe neurobiologische und psychologische Mechanismen. Unser Gehirn, das evolutionär darauf ausgelegt ist, sofortige Befriedigung zu suchen und Unbehagen zu vermeiden, wird oft von der Versuchung überwältigt, auf etwas Angenehmeres umzuschalten, anstatt die Schwierigkeiten zu überwinden, die mit komplexen oder unangenehmen Aufgaben verbunden sind.
Der präfrontale Kortex, der für Planung und Selbstkontrolle verantwortlich ist, kann durch Signale des limbischen Systems, das nach sofortiger Belohnung strebt, oder der Amygdala, die auf Angst reagiert, „unterbrochen“ werden.
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Ursachen und Arten der Prokrastination

Es gibt mehrere Haupttypen von Prokrastination:
1. Angstbedingte Prokrastination ist die häufigste
Es ist die Angst vor dem Scheitern, wenn eine Person fürchtet, dass ihre Arbeit nicht gut genug sein wird, oder die Angst vor dem Erfolg, die neue Erwartungen und Verantwortlichkeiten mit sich bringen kann. Auch die Angst vor Ungewissheit, wenn das Fehlen eines klaren Plans zu einer Analyseparalyse führt, und Perfektionismus, wenn das Streben nach dem Ideal jeden Versuch des Beginns lähmt, gehören dazu.
2. Rebellische oder widerständige Prokrastination
Äußert sich als passiver Protest gegen auferlegte Verpflichtungen oder als inneres Unverständnis dessen, was die Person glaubt, „getan werden zu müssen“.
3. Prokrastination aufgrund von geringer Selbstregulation und Impulsivität
Hängt mit der Unfähigkeit zusammen, Emotionen zu steuern, dem Streben nach sofortiger Befriedigung und einer geringen Fähigkeit, unangenehme Empfindungen zu ertragen oder auszuhalten.
4. Prokrastination aufgrund von Fähigkeitsmangel
Entsteht durch die Unfähigkeit zu planen, Zeit zu managen oder einfach durch einen Mangel an notwendigen Kenntnissen zur Erledigung der Aufgabe.
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Prokrastination entwickelt sich normalerweise zyklisch:
Die Aufgabe verursacht Unbehagen, die Person schiebt sie auf und erlebt vorübergehende Erleichterung. Mit dem Näherkommen der Frist steigt der Stress, was zu panischer Aktivität in letzter Minute führt. Nach der Erledigung (oder Nichterledigung) folgt eine vorübergehende Erleichterung, die jedoch oft mit Schuldgefühlen und einem gesenkten Selbstwertgefühl einhergeht, was die Neigung zur Prokrastination in der Zukunft verstärkt.
Die Folgen der Prokrastination gehen weit über verpasste Fristen hinaus. Sie führt zu chronischem Stress, Angststörungen, Depressionen, einem gesenkten Selbstwertgefühl, dem Verlust beruflicher und persönlicher Möglichkeiten und kann auch negative Auswirkungen auf die körperliche Gesundheit haben.
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Tipps zur Bekämpfung

Bei der Bekämpfung von Prokrastination ist es wichtig, die wahren Ursachen zu verstehen und nicht nur die äußeren Erscheinungen. 
Psychologen empfehlen, große Aufgaben in kleinere Schritte zu unterteilen, 
das Prinzip „mach wenigstens etwas“ anzuwenden (mit der kleinsten Handlung zu beginnen), 
Prioritäten zu setzen und, wenn möglich, Ablenkungen zu beseitigen. 
Es ist auch notwendig, Selbstkontrollfähigkeiten zu entwickeln, zu lernen, sich selbst für vergangene Verzögerungen zu vergeben und, falls nötig, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.

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