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Shaming ist der Akt der öffentlichen Erniedrigung, Verurteilung oder Verspottung einer Person aufgrund ihrer Handlungen, Entscheidungen, ihres Aussehens oder ihrer Überzeugungen. Dies kann alles sein: von Kommentaren in sozialen Medien bis hin zu Hänseleien im realen Leben.
Das Ziel des Shaming ist es, bei der Person ein starkes Gefühl von Scham, Schuld oder Verlegenheit hervorzurufen, wodurch sie sich minderwertig fühlt.
Öffentliche Erniedrigung in der Antike
Der Begriff Shaming ist nicht neu. Im Mittelalter war öffentliche Erniedrigung eine weit verbreitete Methode der Bestrafung. Menschen, die Gesetze oder moralische Normen verletzten, wurden an den Pranger gestellt, wo sie zum Objekt von Spott und dem Werfen von faulen Gemüse wurden. Das Ziel war nicht nur zu bestrafen, sondern auch die Gemeinschaft dazu zu bringen, Verachtung für den Übeltäter zu empfinden, um ähnliche Handlungen in der Zukunft zu verhindern.Selbst in alten Zivilisationen wie dem Römischen Reich oder China gab es Formen der öffentlichen Erniedrigung, die zur Kontrolle der Gesellschaft eingesetzt wurden. Zum Beispiel wurden Verbannung oder der Entzug von Bürgerrechten als eine der härtesten Strafen angesehen, da sie mit gesellschaftlicher Verurteilung einhergingen.
Entstehung des Begriffs „Shaming“
Der Begriff „Shaming“ wurde im modernen Kontext erst im 20. Jahrhundert aktiv verwendet, insbesondere in akademischen und psychologischen Kreisen. Einen großen Einfluss auf seine Popularisierung hatten die Forschungen des britischen Soziologen John Braithwaite in den 1980er Jahren.
In seinem Buch „Crime, Shame and Reintegration“ (1989) führte er den Begriff „reintegration shaming“ ein. Braithwaite argumentierte, dass Scham nützlich für die Gesellschaft sein kann, wenn sie darauf abzielt, das schlechte Verhalten und nicht die Person selbst zu verurteilen. Seiner Theorie zufolge sollte die Gesellschaft nach der Scham die Person „reintegration“ und nicht für immer abstoßen.
Shaming im Internetzeitalter
Der wahre Aufschwung des Shaming geschah mit dem Aufkommen des Internets und sozialer Netzwerke. Heute ist Cyber-Shaming (Erniedrigung im Netz) eine der häufigsten Formen von Mobbing.
Das Internet ermöglicht es den Menschen, Informationen und Fotos schnell und einfach zu verbreiten, ohne sich direkt für ihr Handeln verantwortlich zu fühlen. Dies führte zu Phänomenen wie Body Shaming in Kommentaren, Slut Shaming in öffentlichen Posts und der viralen Verbreitung persönlicher Daten, die zu Mobbing führen.
Hauptarten des Shaming
Body Shaming — ist die Erniedrigung oder Kritik einer Person aufgrund ihres Aussehens, Gewichts, Körperform, Größe oder anderer physischer Merkmale. Zum Beispiel, wenn jemand als „dick“ oder „dünn“ bezeichnet wird, um zu beleidigen.
Slut Shaming ist die Verurteilung einer Person (meistens einer Frau) für ihr sexuelles Verhalten, die Anzahl ihrer Sexualpartner, die Wahl ihrer Kleidung, die als „zu freizügig“ angesehen wird, oder allgemein für ihre sexuelle Offenheit.
Poor Shaming ist das Verspotten oder die Verurteilung einer Person aufgrund ihres niedrigen sozialen oder finanziellen Status, Armut oder der Unfähigkeit, sich teure Dinge zu leisten.
Fat Shaming ist eine spezielle Form des Body Shaming, die sich ausschließlich gegen übergewichtige Menschen richtet. Ihr Ziel ist es, die Person sich schuldig für ihr Gewicht fühlen zu lassen, was oft zu ernsthaften Gesundheitsproblemen und einem verminderten Selbstwertgefühl führt.
Zusammenfassend
Denken Sie immer daran, dass Ihre Einstellung und Worte Gewicht haben. Wir alle müssen toleranter und bewusster sein. Jedes beleidigende Wort, jeder verurteilende Kommentar hat ernsthafte Folgen für die Person, die sie erhält.