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Im Jahr 1981 wurde auf der Mailänder Möbelmesse ein Objekt vorgestellt, das schwerlich einfach als Möbel bezeichnet werden konnte. Es war das Regal Carlton – auf den ersten Blick auffällig, chaotisch und absolut unähnlich dem funktionalen Minimalismus jener Zeit. Der Autor ist Ettore Sottsass, der Anführer der radikalen Designergruppe Memphis. Mit seinem Erscheinen proklamierte Carlton den Beginn der Postmoderne, in der Emotionen, Humor und visuelles Spiel wichtiger wurden als die strenge Regel „Form folgt Funktion“.
постер з зображенням етажерки Carlton
Die Konstruktion des Regals Carlton erinnert an eine anthropomorphe Figur mit zur Seite ausgestreckten Armen – eine Art Totem der Moderne. Es besteht aus Holzpaneelen, die mit Kunststofflaminat beschichtet sind. Dies war eine bewusste Wahl der Gruppe Memphis: Sie verwendeten absichtlich kostengünstige Materialien, die normalerweise mit den Interieurs billiger Cafeterien assoziiert wurden, um der Elitärheit teuren Holzes und Marmors entgegenzuwirken. Die leuchtenden Farben – Rot, Gelb, Blau und Grün – in Kombination mit kontrastierenden schwarz-weißen „Bakterien“-Mustern erzeugten den Effekt eines lebendig gewordenen Kinderbausteins.
етажерка Carlton
Trotz seines skurrilen Aussehens ist Carlton ein durchaus funktionales Aufbewahrungssystem, obwohl seine Regale in ungewöhnlichen Winkeln angeordnet sind. Sottsass glaubte, dass Objekte eine eigene „Seele“ und Charakter haben sollten und nicht nur bequeme Buchstützen sein dürfen. Carlton wurde zum Inbegriff der Freiheit von kulturellen Einschränkungen und zu einem ironischen Kommentar zur Konsumgesellschaft.
етажерка Carlton
Die Popularität des Regals Carlton erlischt seit über vierzig Jahren nicht. Es wurde zu einem Sammlerstück für Stil-Ikonen wie David Bowie und Karl Lagerfeld, die die Ästhetik von Memphis für ihre Energie und Unvorhersehbarkeit liebten. Heute nimmt Carlton Ehrenplätze in den größten Museen der Welt ein – vom Metropolitan in New York bis zum Victoria and Albert Museum in London. Es bleibt ein Symbol für den Moment in der Geschichte, als Design aufhörte, zu ernst zu sein, und es sich erlaubte, auffällig, kühn und wirklich lebendig zu sein.