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Wenn Ermittler mit der Untersuchung eines Verbrechens beginnen, suchen sie nicht nur nach Beweisen, sondern auch nach dem charakteristischen Stil des Täters – seinem modus operandi. Dies ist ein lateinischer Ausdruck, der "Handlungsweise" bedeutet. In der Kriminalistik beschreibt er die Gewohnheiten, Techniken und Methoden, die ein Täter zur Vorbereitung, Durchführung und Verschleierung eines Verbrechens verwendet.

Was ist modus operandi und wozu wird er benötigt?

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Verbrecher haben, wie alle Menschen, ihre Gewohnheiten. Einige stehlen ausschließlich durch Fenster im Erdgeschoss, andere knacken bestimmte Tresormarken, und wieder andere verwenden immer dasselbe Transportmittel zur Flucht. Diese wiederholbaren Handlungen bilden den modus operandi.
Für Kriminalisten ist er wichtig, weil er es ermöglicht:
  • Verbrechen miteinander zu verbinden. Wenn mehrere Raubüberfälle auf die gleiche Weise begangen wurden, kann die Polizei annehmen, dass dieselbe Person dahintersteckt.
  • Das Verhalten des Täters vorherzusagen. Das Wissen um den modus operandi hilft, seine nächsten Schritte vorherzusehen und neue Verbrechen zu verhindern.
  • Verdächtige zu finden. Wenn die Polizei eine vertraute Handschrift sieht, kann sie den Suchkreis auf Personen eingrenzen, die in der Vergangenheit ähnliche Methoden verwendet haben.

Modus operandi vs. Unterschrift des Täters

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Oft wird der modus operandi mit der sogenannten "Unterschrift des Täters" (signature) verwechselt. Es gibt jedoch einen entscheidenden Unterschied zwischen ihnen.
  • Modus operandi ist eine rationale Methode, die der Täter anwendet, um ein Verbrechen erfolgreich zu begehen. Er kann je nach Umständen und Erfahrung des Täters variieren. Zum Beispiel zerbricht der Räuber zunächst ein Fenster und beginnt später, Dietriche zu verwenden.
  • Unterschrift (signature) ist ein psychologisches Element des Verbrechens, das keinen Einfluss auf dessen Wesen hat, aber für den Täter von persönlicher Bedeutung ist. Zum Beispiel könnte ein Serienmörder eine Blume neben dem Opfer hinterlassen oder etwas an die Wand malen. Dies verändert nicht den Prozess des Mordes selbst, ist aber Teil seiner persönlichen Motivation.

Die Evolution des modus operandi

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Der modus operandi bleibt selten unverändert. Verbrecher lernen und verbessern ihre Methoden, indem sie sich neuen Herausforderungen anpassen. Zum Beispiel verwenden Betrüger, die früher Unterschriften auf Dokumenten gefälscht haben, jetzt digitale Technologien und Phishing.
Doch selbst bei der Änderung von Techniken bleibt die allgemeine Logik ihrer Arbeit bestehen. Deshalb analysieren Ermittler nicht nur die konkreten Handlungen, sondern auch den Stil, die Motivation und die Auswahl der Opfer.

Bekannte Beispiele für modus operandi

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🔎 Jack the Ripper (1888) – ein Mörder, der in London aktiv war, wählte immer Opfer aus der Gruppe der Prostituierten, fügte ihnen die gleichen Verstümmelungen zu und versteckte sich in der Dunkelheit.
🔎 Verbrecher, die im Komplott handeln – zum Beispiel kriminelle Gruppen, die sich mit Autodiebstahl beschäftigen, können ein klares Schema haben: der Dieb, der Fahrer, der das Auto überführt, und der Mittelsmann, der die Dokumente ändert.
🔎 Telefonbetrüger – sie rufen oft die Opfer an und geben sich als Verwandte in Not aus, indem sie emotionalen Druck und bestimmte Phrasen verwenden (zum Beispiel "Mama, ich bin bei der Polizei").

Wie nutzen Strafverfolgungsbehörden den modus operandi?

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Moderne Technologien ermöglichen es, riesige Datenmengen über Verbrechen zu sammeln und zu analysieren. Kriminalanalysesysteme und Datenbanken wie CODIS (genetische Datenbank) oder VICAP (Datenbank für Serienverbrechen in den USA) helfen, einzelne Fälle miteinander zu verbinden.
Ermittler verwenden auch psychologische Profile, die von Kriminalpsychologen auf der Grundlage des modus operandi erstellt werden. Dies hilft vorherzusagen, wer der Täter sein könnte, welchen sozialen Hintergrund er hat, sein Alter, seinen Intelligenzgrad und sogar seine beruflichen Fähigkeiten.

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