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Kognitiver Dissonanz in Beziehungen: Warum wir uns bewusst wehtun
Vor kurzem bin ich mit einer solchen Situation konfrontiert worden. Meine rationalen Überzeugungen sagten mir, dass die Beziehung zu dieser Person keine Zukunft hat, aber unbewusste emotionale Reaktionen zwangen mich jedes Mal zurückzukehren. Ich habe lange darüber nachgedacht, warum das so ist, warum wir uns bewusst selbst wehtun. Wir verstehen, dass bestimmte Beziehungen uns schaden, aber aus irgendeinem Grund kehren wir immer wieder zu ihnen zurück, als wären wir in einem Teufelskreis gefangen. Ich habe erkannt, dass dieser Konflikt keine Seltenheit ist und tiefere psychologische Wurzeln hat.
Kognitiver Dissonanz: Konflikt zwischen Gedanken und Gefühlen
Ich fand dafür eine wissenschaftliche Erklärung — kognitive Dissonanz. Dies ist ein Zustand psychologischer Unbehaglichkeit, der entsteht, wenn zwei unserer Gedanken oder Überzeugungen einander widersprechen. Einerseits haben wir das rationale Wissen, dass diese Person nicht unseren Bedürfnissen entspricht und die Beziehung zu ihr keine Zukunft hat. Andererseits empfinden wir starke Emotionen, Bindung und physische Anziehung. Um diese Dissonanz zu verringern, versucht unser Gehirn, Rechtfertigungen zu finden: „Vielleicht kann ich sie ändern“, „Es ist nicht so schlimm, wie es scheint“, „Meine Gefühle sind wichtiger als die Logik“.
Biologie der Gefühle: Wenn Chemie stärker ist als der Verstand
Aus biologischer Sicht haben Emotionen oft Vorrang vor rationalem Denken. Wenn wir verliebt sind, produziert unser Gehirn einen ganzen Cocktail von Hormonen, wie Dopamin (das Glückshormon) und Oxytocin (das Bindungshormon). Diese Substanzen erzeugen einen starken „Rausch“, den wir mit dem Objekt unserer Gefühle assoziieren. Selbst wenn wir wissen, dass die Beziehung destruktiv ist, streben wir unbewusst danach, diese angenehmen Gefühle zu reproduzieren, und das zieht uns zurück.
Tiefere Ursachen: Einfluss der Kindheit und emotionale Abhängigkeit
Das Erste, worauf wir achten können, sind die Verhaltensmuster aus der Kindheit. Unsere Beziehungen im Erwachsenenalter werden maßgeblich in der Kindheit geprägt. Wenn wir in einer Umgebung aufgewachsen sind, in der Liebe instabil oder mit Drama verbunden war, könnte unser Gehirn gelernt haben, dass so „echte“ Nähe aussieht. Wenn wir einer Person begegnen, die diese Muster reproduziert, empfinden wir unbewusst Vertrautheit und „Heimat“. Das ist das tragische Paradox: Wir fühlen uns zu dem hingezogen, was uns vertraut ist, selbst wenn es uns schadet.
Ein Grund, warum wir zu dem zurückkehren, was uns schadet, ist emotionale Abhängigkeit. Ähnlich wie Menschen von Alkohol oder Glücksspiel abhängig sein können, können wir von bestimmten Emotionen abhängig sein. Wenn unser Leben in der Vergangenheit von emotionalen „Achterbahnfahrten“ geprägt war, gewöhnt sich unser Gehirn an diese Instabilität. In diesem Fall können ruhige, gesunde Beziehungen langweilig oder „falsch“ erscheinen. Diese Gewohnheit macht uns anfällig für destruktive Beziehungen, da das Gehirn sie als etwas Gewohntes wahrnimmt.
Warum wir Signale ignorieren
Oft idealisieren wir den Partner und ignorieren seine Mängel und verlieben uns nicht in die reale Person, sondern in das Bild, das wir uns selbst geschaffen haben. Diese Illusion kann so stark sein, dass wir bereit sind, alarmierende Signale zu ignorieren. Ein weiterer Grund ist die Angst vor Einsamkeit. Allein mit sich selbst zu sein, ist für viele viel beängstigender, als in schmerzhaften, aber gewohnten Beziehungen zu sein. Diese Angst treibt uns dazu, zu dem zurückzukehren, was vertraut ist, selbst wenn dieses „Vertraute“ eine Quelle des Leidens ist.
Wie man nicht an die Person denkt, die man jeden Tag sieht
Was tun, wenn es unmöglich ist, den täglichen Kontakt mit einer Person zu vermeiden? Das erschwert den Heilungsprozess erheblich, da die ständige Präsenz die Emotionen nährt und das Vergessen verhindert. In einer solchen Situation muss man daran arbeiten, psychologische Distanz zu schaffen, auch wenn physische Distanz nicht verfügbar ist. Versuchen Sie, persönliche Gespräche zu minimieren, indem Sie nur das Wesentliche besprechen. Lenken Sie bewusst Ihre Aufmerksamkeit auf andere Menschen oder Arbeitsaufgaben. Verwenden Sie die Technik „Stopp-Gedanke“, wenn Sie anfangen, an diese Person zu denken, und wechseln Sie Ihren Geist auf eine andere Tätigkeit.
Wie man diesen Kreis durchbricht
Um aus diesem Teufelskreis auszubrechen, muss man einen Schritt zur Selbstwertschätzung machen. Der erste Schritt ist das vollständige Bewusstsein und die Anerkennung des Problems. Das Führen eines Tagebuchs, in dem Sie Ihre Gefühle und Argumente des Verstandes festhalten, kann helfen, die Situation von außen zu betrachten. Der zweite Schritt besteht darin, sich auf sich selbst zu konzentrieren. Lenken Sie Ihre Energie auf Ihr eigenes Leben: Finden Sie Aktivitäten, die Freude bringen, und kommunizieren Sie mit Menschen, die Sie unterstützen. Und vielleicht ziehen Sie in Betracht, einen Psychologen aufzusuchen, der Ihnen hilft, die Ursachen Ihres Verhaltens zu verstehen. Denken Sie daran, dass es nicht egoistisch ist, sich selbst zu wählen. Es ist eine notwendige Sorge um Ihre eigene psychische Gesundheit und Ihr Glück.
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