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Obwohl Ricoré am häufigsten mit Frankreich assoziiert wird, ist die Kombination aus Kaffee und Zichorie keineswegs ein einzigartiges Phänomen. In verschiedenen Ländern entstanden solche Getränke aus ähnlichen Gründen: Kaffeemangel, Sparsamkeit, der Wunsch nach einem milderen Geschmack oder einfach Gewohnheit. Im Laufe der Zeit hörten viele von ihnen auf, „Ersatzprodukte“ zu sein, und verwandelten sich in eine eigene Tradition.
Soluble Chicorée (Frankreich)
Neben Ricoré ist in Frankreich reine lösliche Zichorie ohne Kaffee sehr beliebt. Sie wird einfach chicorée genannt. Dies ist ein koffeinfreies Getränk, das oft abends getrunken oder Kindern gegeben wird. Für viele Franzosen ist chicorée kein Ersatz für Kaffee, sondern ein eigenes Getränk mit seinem eigenen Geschmack und Ritual. Es ist weniger bitter, hat karamellige Noten und wird oft mit „stillen“ Frühstücken oder Abenden assoziiert.
Café de chicorée (Belgien und Nordfrankreich)
In Belgien und den nördlichen Regionen Frankreichs ist die Tradition von gemahlenem Kaffee mit Zichorie verbreitet, die wie normaler Filterkaffee aufgebrüht wird. Hier ist Zichorie kein lösliches Produkt, sondern ein vollwertiger Bestandteil des Mahlguts. Das Getränk ist kräftig, dunkel und hat eine charakteristische bitter-süße Note. Es ist die „erwachsene“ Version von Kaffee mit Zichorie, ohne Assoziationen zur Kindheit, aber mit einer starken regionalen Identität.
Café du chicory / New Orleans coffee (USA)
In New Orleans ist Kaffee mit Zichorie ein echtes kulturelles Symbol. Die Tradition entstand bereits im 19. Jahrhundert, besonders während des Bürgerkriegs in den USA, als Kaffee knapp war. Im Gegensatz zu Ricoré wird hier normalerweise gewöhnlicher gemahlener Kaffee mit gerösteter Zichorie verwendet, ohne lösliche Formate. Das Getränk wird oft in Cafés zusammen mit Beignet serviert und wird nicht als Kompromiss, sondern als „echter“ lokaler Kaffee wahrgenommen.
Ricoffy (Südafrika)
Ricoffy ist ein Getränk, das oft als südafrikanischer Verwandter von Ricoré bezeichnet wird. Es besteht aus Kaffee und Zichorie und wurde im 20. Jahrhundert in Südafrika äußerst populär. Im Gegensatz zu Frankreich, wo Ricoré eher ein Frühstücksklassiker ist, hat Ricoffy in Südafrika fast den Status eines Nationalgetränks. Es wird zu Hause, bei der Arbeit und in großen Mengen getrunken, und für viele ersetzt es vollständig den normalen Kaffee.
Getreide- und Zichoriengetränke in Mitteleuropa
In Polen, Deutschland, Tschechien und der Ukraine gibt es eine eigene Kategorie von Getränken auf Basis von Zichorie, Gerste, Roggen oder Rüben. Die bekanntesten Beispiele sind die polnische Inka und die deutsche Caro. Sie enthalten meist überhaupt keinen Kaffee, sind aber funktional ähnlich wie Ricoré – ein warmes „Alltagsgetränk“, mild, ohne scharfe stimulierende Wirkung. Sie haben auch eine starke nostalgische Dimension und werden oft als Getränke aus der Kindheit wahrgenommen.
Was ist der Hauptunterschied zu Ricoré
Ricoré nimmt eine Zwischenstellung zwischen Kaffee und Kaffeeersatzprodukten ein. Es enthält echten Kaffee, versucht aber nicht, „vollwertiger“ Kaffee im klassischen Sinne zu sein. Andere Getränke tendieren entweder zu reinem Kaffee mit Zichorienzusatz (wie in New Orleans) oder verzichten vollständig auf Kaffee (wie chicorée oder Getreidegetränke).
Genau diese Zwischenstellung hat Ricoré erfolgreich gemacht: Es leugnet den Kaffee nicht, verlangt aber auch nicht von den Konsumenten, dass sie die Bitterkeit und Stärke des Kaffees lieben.
Getränke, die Ricoré ähnlich sind, existieren in vielen Kulturen und sind fast immer mit dem Alltag verbunden, nicht mit Luxus. Sie werden selten modisch, bleiben aber lange im Alltag verankert. Ricoré ist nur das bekannteste Beispiel dafür, wie eine einfache Mischung zu einem kulturellen Marker und Teil des nationalen Geschmacks werden kann.
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