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Gothik — ist ein architektonischer und künstlerischer Stil, der etwa im 12. Jahrhundert in Europa entstand und bis zum 16. Jahrhundert vorherrschte. Am engsten ist er mit dem Bau von Kathedralen, Klöstern und Stadttempeln verbunden, die nicht nur praktische, sondern auch tief symbolische Bedeutung hatten.
Im Kontext der Architektur geht es bei der Gothik vor allem um Höhe, Licht und das Gefühl der Ausrichtung nach oben. Die Gebäude scheinen sich zum Himmel „zu strecken“ und betonen die spirituelle Verbindung des Menschen zum Göttlichen. Deshalb wirken gotische Kathedralen so majestätisch und sogar ein wenig unrealistisch.
Hauptmerkmale der Gothik:
spitzbogige Bögen (im Gegensatz zu den halbrunden im romanischen Stil);
hohe Gewölbe;
Strebepfeiler (äußere Stützen, die die Wände unterstützen);
große Fenster mit Glasmalerei;
komplexe dekorative Steinornamente.
Dank dieser konstruktiven Lösungen konnten die Wände dünner gemacht werden und mehr Raum für Fenster „abgeben“. Deshalb erscheinen in der Gothik riesige Glasfenster, darunter auch die berühmten Rosettenfenster.
Gothik ist nicht nur eine Technik, sondern auch eine Idee. Licht wurde als Ausdruck der göttlichen Präsenz angesehen, weshalb die Innenräume der Tempel so weit wie möglich damit gefüllt werden sollten. Bunte Glasfenster verwandelten gewöhnliches Sonnenlicht in symbolisches — „Licht des Glaubens“.
Interessanterweise entstand der Begriff „Gothik“ erst viel später. Er wurde von Künstlern der Renaissance eingeführt, die diesen Stil als „grobschlächtig“ betrachteten und ihn mit den barbarischen Stämmen der Goten in Verbindung brachten. Heute hingegen wird die Gothik im Gegenteil als einer der raffiniertesten und majestätischsten Stile der europäischen Geschichte wahrgenommen.