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Pankou sind chinesische Knotenverschlüsse, die plötzlich zu einem modischen Akzent der Moderne geworden sind.
In den letzten Jahren hat die Mode zunehmend Interesse an Dingen gezeigt, die nicht nur schön aussehen, sondern auch eine eigene Geschichte haben. Aus diesem Grund sind auf den Laufstegen, im Streetstyle und sogar im Mass Market charakteristische chinesische Knotenverschlüsse aufgetaucht — die sogenannten „Froschknöpfe“, bekannt im Englischen als frog fasteners oder frog buttons. Sie sind auf Jacken, Kleidern, Mänteln, Tops, Taschen und sogar Schuhen zu sehen. Besonders beliebt sind Dinge im modernen Qipao-Stil, Leinen-Kimonos mit Knotenverschlüssen und minimalistische Kleidung mit „östlichen“ Details.
Für viele ist dies einfach ein dekoratives Element, aber tatsächlich haben diese Verschlüsse eine lange Tradition und einen eigenen Namen — Pankou (pankou). Sie sind seit mehreren Jahrhunderten Teil der chinesischen Bekleidungskultur und vereinen Praktikabilität, Symbolik und Handwerkskunst.
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Was ist Pankou
Pankou ist ein textile Verschluss, der aus einem Schnürsenkel oder einem Stoffstreifen besteht, der zu einem dekorativen Knoten gedreht wird. Ein Teil bildet eine Schlaufe, der andere — einen „Knopf“ oder Knoten, der hindurchgeht und die Kleidung fixiert. Im Gegensatz zu gewöhnlichen Knöpfen gibt es hier keine harten Teile: der Verschluss ist vollständig textil.
Gerade wegen der Form begannen Europäer einst, solche Verschlüsse „Froschknöpfe“ zu nennen — die gebogenen Verflechtungen erinnerten an die Beine oder die Silhouette eines kleinen Frosches. Besonders dieser Name setzte sich in der militärischen und theaterlichen Mode des Westens durch, wo ähnliche Verschlüsse auf Uniformen und Kostümen verwendet wurden.
Doch chinesische Pankou sind weit mehr als nur eine Beschläge. In traditioneller Kleidung waren sie ein auffälliges Detail, das über Status, Geschmack und sogar Wünsche des Besitzers aussagen konnte.
Interessanterweise tauchten ähnliche Verschlüsse später auch in der europäischen Kleidung auf. Im 19. Jahrhundert wurden „frog fasteners“ auf Militäruniformen, insbesondere Husarenuniformen, verwendet. Sie erfüllten sowohl praktische als auch dekorative Funktionen. Durch die orientalistische Mode nahm Europa damals aktiv Elemente des „östlichen“ Stils auf, oft jedoch in bereits umgestalteter Form.
Deshalb kann man heute Jacken mit „Froschknöpfen“ sehen, die äußerlich an chinesische Pankou erinnern, aber aus der europäischen Militärtradition stammen. Die Mode hat diese Form mehrmals neu interpretiert — von Theaterkostümen bis hin zu Boho-Stil und modernem Avantgarde.
Vom einfachen Knoten zur Kunst
Es wird angenommen, dass die Vorläufer von Pankou in China bereits vor vielen Jahrhunderten existierten, als Kleidung hauptsächlich mit Bändern und Schnüren gebunden wurde. Im Laufe der Zeit wurden diese Bindungen immer komplizierter und dekorativer. Besonders beliebt wurden Pankou in der Zeit der Qing-Dynastie, als Kleidung wie Changshan und Qipao verbreitet war.
Die Meister schufen Dutzende von Knotformen: Blumen, Schmetterlinge, Wolken, Spiralen, doppelte Schlaufen, Symbole für Glück und Langlebigkeit. Oft wurden die Verschlüsse von Hand aus Seide hergestellt, und ihr Flechten erforderte große Geschicklichkeit.
In traditioneller chinesischer Kleidung waren Pankou fast nie ein zufälliges Detail. Sie wurden passend zum Stoff, zur Farbe der Kleidung und sogar zum Anlass ausgewählt. Für festliche Kleidung wurden kompliziertere Knoten und lebhaftere Farben verwendet, während für den Alltag einfachere und zurückhaltendere gewählt wurden.
In der chinesischen Kultur haben Knoten eine besondere Bedeutung. Traditionelle dekorative Flechtungen symbolisieren oft Harmonie, Unendlichkeit, Wohlstand oder die Verbindung zwischen Menschen. Deshalb wurden Pankou manchmal nicht nur als Verschluss, sondern auch als eine Art Amulett betrachtet.
Einige Knotformen erhielten sogar eigene Namen und symbolische Bedeutungen. Zum Beispiel wurden doppelte Verflechtungen mit ehelicher Harmonie assoziiert, während runde Knoten mit Fülle und Vollständigkeit.
Warum sie wieder populär geworden sind
Das moderne Interesse an Pankou hängt mit mehreren Modetrends zusammen. Erstens sind die Menschen müde von zu „steriler“ Kleidung ohne Charakter. Textile Knoten verleihen den Dingen ein Element von Handarbeit und Textur.
Zweitens erlebt die weltweite Mode eine Welle des Interesses an traditioneller asiatischer Kleidung. Nach der Popularität koreanischer, japanischer und chinesischer Ästhetik begannen Designer, aktiv Elemente des östlichen Kostüms in modernen Schnitten zu verwenden. Pankou fügen sich hervorragend in diesen Trend ein: sie sind erkennbar, dekorativ, aber gleichzeitig minimalistisch.
Es ist auch wichtig, dass solche Verschlüsse gut mit der aktuellen Mode für natürliche Stoffe — Leinen, Baumwolle, roher Seide — harmonieren. Deshalb sind Pankou oft in so genanntem „leisen Luxus“, Slow Fashion oder Kleidung im Stil des Zen-Minimalismus zu sehen.
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