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Wie die Ukrainer gegen Propaganda und Fakes im Internet kämpfen
Täglich stoßen Internetnutzer auf Dutzende fragwürdiger Veröffentlichungen: Fake News, Telegram-Kanäle mit russischer Propaganda, Seiten, die Betrugsmaschen verbreiten, Drogenwerbung oder Aufrufe zur Feindschaft. Am häufigsten schließen die Menschen solche Veröffentlichungen einfach oder scrollen weiter, in der Annahme, dass sie nichts ändern können.
Das ist in Wirklichkeit nicht der Fall. Wenn viele Nutzer über eine gefährliche Ressource berichten, reagieren digitale Plattformen viel schneller auf Beschwerden und können deren Betrieb einschränken oder vollständig blockieren. Genau auf diesem Prinzip basiert das soziale Projekt BRAMA, das von Freiwilligen mit Unterstützung der Cyberpolizei der Ukraine ins Leben gerufen wurde – darüber berichtete Anatolij Fil, Leiter der Abteilung für Cyberkriminalitätsbekämpfung in der Region Odessa des Cyberpolizeidepartements der Nationalen Polizei der Ukraine.
BRAMA. Донать свій час на захист інфопростору
Der Name des Projekts ist symbolisch. Über Jahrhunderte war das Tor nicht nur der Eingang zur Stadt oder zur Festung – es erfüllte eine schützende Funktion, indem es die Gemeinschaft vor äußeren Bedrohungen schützte. Heute benötigt auch der ukrainische Informationsraum denselben Schutz, der täglich Angriffen durch russische Propaganda, Desinformation und Cyberkriminalität ausgesetzt ist.
Anatolij Fil merkt an:
„Das Projekt BRAMA ist ein Beispiel dafür, wie engagierte Bürger tatsächlich die Sicherheit des Informationsraums beeinflussen können. Wir sprechen nicht von komplexen technischen Werkzeugen oder speziellen Kenntnissen. Es genügt der Wille zu handeln, ein paar Minuten freie Zeit und das Verständnis, dass jede eingereichte Beschwerde hilft, die Verbreitung gefährlicher Inhalte zu reduzieren.“
Das Hauptziel von BRAMA ist die Reinigung des ukrainischen Informationsraums von russischer Propaganda, Desinformation und anderen Quellen illegaler Inhalte. Gleichzeitig ist die Tätigkeit des Projekts viel umfassender. Die Teilnehmer helfen, Online-Betrug, Cybermobbing, die Verbreitung von Drogen im Netz zu bekämpfen und fördern digitale Kompetenz sowie sicheres Verhalten im Internet.
Ein besonderes Merkmal von BRAMA ist, dass das Projekt zwei wichtige Richtungen vereint.
Die erste – praktisch. Nutzer können verdächtige Ressourcen melden und sich an der massenhaften Einreichung von Beschwerden über Seiten, Kanäle oder Veröffentlichungen beteiligen, die Propaganda, Fake News oder andere inakzeptable Inhalte enthalten. Dieser Mechanismus funktioniert über die offiziellen Werkzeuge der Plattformen selbst und erfordert keine speziellen Fähigkeiten.
Die zweite – bildend. Die Mitglieder der Gemeinschaft erhalten regelmäßig Materialien zur Cyberhygiene, Medienkompetenz und Informationssicherheit. Sie lernen, wie man Manipulationen erkennt, Informationen überprüft, nicht Opfer von Online-Betrug wird und ihre persönlichen Daten schützt.
Heute vereint das Projekt Hunderttausende von Teilnehmern aus der gesamten Ukraine. Zur Koordination der Arbeit gibt es einen Telegram-Bot, einen Telegram-Kanal, eine Gemeinschaft in Viber sowie Seiten auf Facebook und Instagram. Über diese Ressourcen erhalten die Teilnehmer Informationen über neue Aufgaben und können über entdeckte Quellen gefährlicher Inhalte berichten.
Ein wichtiger Bestandteil des Projekts sind auch spezialisierte Informationsressourcen. Auf der Website „Cyber Brama“ können Nutzer sich über die häufigsten Online-Betrugsmaschen informieren und praktische Empfehlungen für sicheres Verhalten im Netz erhalten. Gleichzeitig enthält die Plattform „Chat Online“ Materialien zur Medienkompetenz, Informationshygiene sowie eine Liste von pseudoukrainischen Telegram-Kanälen, die zur Verbreitung russischer Propaganda und Desinformation genutzt werden.
Die Teilnahme an BRAMA erfordert keine finanziellen Beiträge oder spezielle Schulungen. Die wertvollste Ressource, die jeder Teilnehmer bereitstellen kann, ist seine eigene Zeit und sein Engagement. Gerade durch die gemeinsamen Aktionen von Tausenden von Nutzern gelingt es, die Menge an gefährlichen Inhalten im ukrainischen Internetsegment schrittweise zu reduzieren.
Informationssicherheit hängt heute nicht nur von staatlichen Institutionen oder den Verwaltungen sozialer Netzwerke ab. Sie beginnt mit der Verantwortung jedes Nutzers. Und genau BRAMA beweist, dass selbst ein paar Minuten, die dem Kampf gegen Propaganda und Fake News gewidmet sind, einen Beitrag zur Sicherheit des gesamten Landes leisten können.
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