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Von „einfach umblättern“ zu realem Handeln: Wie BRAMA Ukrainer zur Verteidigung des Informationsraums mobilisiert

Beitrags-Cover: Von „einfach umblättern“ zu realem Handeln: Wie BRAMA Ukrainer zur Verteidigung des Informationsraums mobilisiert
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Was macht ein Mensch, wenn er in seinem sozialen Netzwerk Propaganda, betrügerische Werbung oder einen Kanal sieht, der gefährliche Inhalte verbreitet? Am häufigsten – scrollt er weiter. Manche wollen keine Zeit mit einer Beschwerde verschwenden, andere wissen nicht, wohin sie sich wenden sollen, und wieder andere glauben, dass eine einzige Beschwerde sowieso nichts ändern wird.
Genau diese Passivität versucht das soziale Projekt BRAMA zu ändern, das von Freiwilligen mit Unterstützung der Cyberpolizei der Ukraine ins Leben gerufen wurde. Die Idee dahinter ist einfach: Der Nutzer sollte nicht nur Konsument von Informationen bleiben – er kann Teil des Schutzes des Informationsraums werden.
Von einem Nutzer – zu gemeinsamer Aktion
Das Internet generiert täglich riesige Mengen an Inhalten, daher ist es unmöglich, diese vollständig nur mit den Mitteln staatlicher Stellen oder Plattformverwaltungen zu kontrollieren. Gleichzeitig sehen die Nutzer als Erste einen erheblichen Teil der gefährlichen Veröffentlichungen.
BRAMA schlägt vor, diesen Vorteil in einen Mechanismus der gemeinsamen Gegenwehr umzuwandeln. Ein Teilnehmer des Projekts kann über eine Ressource berichten, die unannehmbare Inhalte verbreitet. Danach gelangt die Information in die Gemeinschaft, und die Nutzer beteiligen sich am Versenden von Beschwerden über die von den Plattformen vorgesehenen Mechanismen.
Das heißt, anstelle der Situation „ich habe es gesehen – ich habe weitergescrollt“ wird ein anderer Algorithmus gebildet: gesehen → berichtet → beteiligt sich an der Reaktion.
Die leitende Ermittlungsbeauftragte der Abteilung zur Bekämpfung von Cyberkriminalität in der Region Odessa des Cyberpolizeidepartements der Nationalen Polizei der Ukraine, Tetjana Schmihol, merkt an:
„Ein Nutzer kann eine gefährliche Ressource bemerken, aber gerade die Vereinigung solcher Nutzer in einer Gemeinschaft ermöglicht es, systematisch auf das Problem zu reagieren. BRAMA zeigt, dass eine zivilgesellschaftliche Position im digitalen Raum kein abstrakter Begriff ist. Eine Person kann ein paar Minuten investieren und eine konkrete Handlung vornehmen, die hilft, die Verbreitung gefährlicher Inhalte zu verringern“.
Was genau helfen sie zu blockieren?
Die Aktivitäten des Projekts beschränken sich nicht auf russische Propaganda. Die Teilnehmer von BRAMA setzen sich gegen verschiedene Arten von gefährlichen und illegalen Inhalten ein, darunter:
  • russische Propaganda und Desinformation;
  • betrügerische Ressourcen;
  • Verbreitung von Drogen im Netz;
  • Cybermobbing und Belästigung;
  • andere illegale oder verbotene Inhalte.
Щоб бути на крок попереду шахраїв, нам потрібна ваша допомога!
Щоб бути на крок попереду шахраїв, нам потрібна ваша допомога!
Somit geht es nicht nur um einen Informationskrieg. Das Ziel des Projekts ist es, die digitale Umgebung sicherer für die Nutzer selbst zu machen.
Aber das Blockieren ist nur ein Teil der Arbeit
Ein weiterer wichtiger Bereich von BRAMA ist die Bildung.
Das Problem ist, dass selbst eine blockierte Ressource durch Dutzende neuer ersetzt werden kann. Daher ist es wichtig, nicht nur bereits entdeckte gefährliche Inhalte zu entfernen, sondern auch die Menschen zu schulen, sie selbst zu erkennen.
Die Teilnehmer des Projekts erhalten Informationen über aktuelle Betrugsmaschen, lernen, Fakes und Manipulationen zu unterscheiden, und erfahren über die Regeln der Cyberhygiene und sicheres Verhalten im Netz.
Die Cyberpolizei betont, dass der Bildungsaspekt von grundlegender Bedeutung ist:
„Unser Ziel ist es nicht nur, der Person zu zeigen, worüber sie sich beschweren sollte. Es ist wichtig, dass sie beim nächsten Mal selbst gefährliche Inhalte erkennen kann. Daher müssen Blockierung und Aufklärung parallel arbeiten: Erstere ermöglicht es, jetzt auf das Problem zu reagieren, letztere hilft, es in Zukunft zu verhindern“.
Digitale Sicherheit beginnt mit Informationshygiene
Ein weiteres Problem, auf das BRAMA hinweist, ist die Gewohnheit, Informationen ohne Überprüfung zu konsumieren. Ein Nutzer kann die russische Propaganda nicht unterstützen, aber dennoch unwissentlich deren Verbreitung fördern. Er kann vorsichtig mit Bankdaten sein, aber auf einen Link zu einer betrügerischen Ressource klicken. Er kann über Fakes Bescheid wissen, aber an eine Nachricht glauben, die emotional seinen eigenen Überzeugungen entspricht.
Daher ist Informationshygiene nicht nur die Fähigkeit, zu erkennen, was wahr ist, sondern auch die Bereitschaft, innezuhalten, bevor man Informationen weiterverbreitet.
„Heute müssen wir verstehen, dass Informationssicherheit nicht nur die Verantwortung des Staates ist. Jeder Nutzer beeinflusst durch sein Handeln, welche Inhalte andere erhalten. Wenn eine Person Informationen überprüft, keine Fakes verbreitet und über gefährliche Inhalte berichtet – trägt sie bereits zu einer sichereren Informationsumgebung bei“, – betont Tetjana Schmihol.
Informationsverteidigung ist ebenfalls eine gemeinsame Sache
Der Name BRAMA hat eine symbolische Bedeutung. In der Vergangenheit schützte eine Mauer Städte und Festungen vor äußeren Bedrohungen. Heute benötigt der ukrainische Informationsraum ebenfalls Schutz – aber dieser kann nicht nur durch ein „Schloss“ gewährleistet werden.
Es braucht Menschen, die Gefahren bemerken, darüber berichten und nicht zulassen, dass sie unbemerkt bleiben.
Deshalb besteht die Hauptidee von BRAMA nicht nur darin, einzelne Ressourcen zu blockieren. Das Projekt bildet eine Gemeinschaft von Menschen, die verstehen: Im digitalen Raum kann jeder Nutzer entweder ein passiver Beobachter oder Teil des Schutzsystems sein.
Manchmal genügt es, ein paar Minuten zu investieren – gefährliche Inhalte zu sehen, darüber zu berichten und sich an gemeinsamer Aktion zu beteiligen.
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