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Was ist Squatting?

Beitrags-Cover: Was ist Squatting?
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Squatting ist die Praxis der eigenmächtigen Besetzung von verlassenen oder ungenutzten Gebäuden ohne Erlaubnis des Eigentümers. Menschen, die sich mit Squatting beschäftigen, werden als Squatter bezeichnet. Für einige ist es ein notwendiges Bedürfnis aufgrund von Obdachlosigkeit, für andere ein politischer Akt oder Lebensstil.

Wie entstand das Squatting?

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Die Wurzeln des Squattings reichen Jahrhunderte zurück. Bereits im Mittelalter konnten Bauern ungenutzte, unbewirtschaftete Ländereien besetzen und besiedeln. Im 19. Jahrhundert gab es eine ähnliche Praxis in den USA, als Kolonisten und Siedler eigenmächtig auf ungenutztem Land siedelten, was später sogar legalisiert wurde.
Im 20. Jahrhundert wurde Squatting zu einer wichtigen sozialen Bewegung. Nach dem Zweiten Weltkrieg blieben in Europa und den USA Tausende von Menschen obdachlos und begannen, verlassene Häuser zu besetzen. Doch die Squatterbewegung erreichte ihren Höhepunkt in den 1960er und 70er Jahren, als sie aktiv von Anarchisten, Punks, linksradikalen Gruppen und Subkulturen unterstützt wurde, die gegen die Konsumgesellschaft kämpften.

Squatter: Wer sind sie?

Unter den Squattern lassen sich mehrere Hauptgruppen unterscheiden:
  • Obdachlose, die einfach ein Dach über dem Kopf suchen.
  • Aktivisten, die gegen die Wohnungsnot und Ungleichheit protestieren.
  • Künstler und kreative Gemeinschaften, die Squats in kulturelle Räume verwandeln.
  • Anarchisten und Antikapitalisten, die Squats für ein autonomes Leben außerhalb der Marktwirtschaft nutzen.
Oft verwandeln sich Squats in alternative Kulturzentren – dort werden Galerien, Musikbühnen, Theater eröffnet und Vorträge sowie Diskussionen über Gesellschaft und Politik abgehalten.
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Squatting gibt es weltweit, aber in einigen Städten hat es besonders an Popularität gewonnen:
  • Amsterdam (Niederlande) – In den 1980er Jahren gab es hier Tausende von Squats, die Teil des Stadtlebens wurden. 2010 verbot die Regierung das Squatting, aber die Bewegung verschwand nicht.
  • Berlin (Deutschland) – Nach dem Fall der Berliner Mauer gab es in der Stadt viele verlassene Gebäude, die von Squattern besetzt wurden. Einige von ihnen verwandelten sich in bekannte Kunstorte, wie zum Beispiel Tacheles.
  • London (Vereinigtes Königreich) – Seit den 1960er Jahren ist London zur Hauptstadt des europäischen Squattings geworden. Sogar so bekannte Musiker wie Joe Strummer von The Clash lebten in Squats. 2012 wurde in England ein Gesetz verabschiedet, das das Wohnungs-Squatting zu einem Verbrechen machte.
  • Barcelona (Spanien) – Die Squatterbewegung ist hier sehr stark. Einige Squats, wie Can Vies, sind zu Zentren des Gemeinschaftslebens geworden.
  • Kopenhagen (Dänemark) – Die berühmte freie Kommune Christiania, die 1971 gegründet wurde, ist das bekannteste Squat der Welt.

Squatting in der Ukraine

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In der Ukraine existiert das Phänomen des Squattings ebenfalls, wenn auch weniger ausgeprägt als in Westeuropa. Nach dem Zerfall der Sowjetunion blieben viele Industriegebäude, Fabriken und Wohnheime ohne Eigentümer. In Kiew, Charkiw und Lwiw gab es Versuche, kulturelle Squats zu schaffen, in denen Konzerte, Ausstellungen und Filmvorführungen stattfanden. Der bekannteste Fall ist das Kunstzentrum „Pasika“ in Kiew, das in einem verlassenen Gebäude betrieben wurde.
Der rechtliche Status des Squattings hängt vom Land ab. In den Niederlanden, dem Vereinigten Königreich und Deutschland wurden in den letzten Jahren die Gesetze verschärft, und Squatter werden häufig geräumt. Gleichzeitig einigen sich in einigen Städten die lokalen Behörden mit den Squattern und gewähren ihnen einen legalen Status. Zum Beispiel sind in Berlin einige Squats zu offiziellen Wohnungsgenossenschaften geworden.

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