Alle Originalinhalte werden auf Ukrainisch erstellt. Noch nicht alle Inhalte wurden übersetzt. Einige Beiträge sind möglicherweise nur auf Ukrainisch verfügbar.Mehr erfahren

Warum soziale Medien-Algorithmen Fakes mehr lieben als die Wahrheit

Beitrags-Cover: Warum soziale Medien-Algorithmen Fakes mehr lieben als die Wahrheit
Dieser Inhalt wurde automatisch aus dem Ukrainischen übersetzt.
Soziale Netzwerke sind heute eine der Hauptquellen für Informationen für Millionen von Menschen. Gerade durch sie erfahren die Nutzer Nachrichten, diskutieren gesellschaftlich relevante Ereignisse und bilden ihre eigene Meinung. Gleichzeitig denken längst nicht alle darüber nach, dass der Nachrichtenfeed nicht zufällig entsteht – sein Inhalt wird durch Algorithmen bestimmt, die das Verhalten der Nutzer analysieren.
Der Leiter der Abteilung für Cyberkriminalität in der Region Odessa des Cyberpolizeidepartements der Nationalen Polizei der Ukraine, Anatolij Fil, weist darauf hin:
„Die Algorithmen der sozialen Netzwerke bestimmen nicht, was wahr ist und was nicht. Ihre Hauptaufgabe ist es, dem Nutzer den Inhalt zu zeigen, mit dem er am wahrscheinlichsten interagieren wird. Deshalb erhalten Falschmeldungen und manipulative Veröffentlichungen oft mehr Reichweite als verlässliche Informationen“.
Das bestätigen auch die Ergebnisse internationaler Studien. Insbesondere haben Forscher des Massachusetts Institute of Technology (MIT), deren Ergebnisse in der Zeitschrift „Science“ veröffentlicht wurden, festgestellt, dass falsche Nachrichten in sozialen Netzwerken etwa sechsmal schneller verbreitet werden als verlässliche. Der Grund liegt nicht nur in der Funktionsweise der Algorithmen, sondern auch im Verhalten der Nutzer selbst, die eher auf sensationellen oder emotionalen Inhalt reagieren.
Das Hauptprinzip der meisten digitalen Plattformen ist die Nutzerbindung. Je mehr Interaktionen ein Beitrag erhält, desto aktiver empfehlen die Algorithmen ihn anderen Menschen. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um positive Kommentare oder Kritik handelt – jede Aktivität signalisiert der Plattform, dass der Inhalt von Interesse ist.
Deshalb verbreitet sich falsche oder manipulative Information oft schneller als offizielle Mitteilungen. Falschmeldungen basieren häufig auf starken Emotionen – Angst, Empörung, Überraschung oder Mitgefühl. Solche Beiträge ermutigen die Nutzer, Kommentare zu hinterlassen, sie mit Freunden zu teilen oder Diskussionen zu führen, was ihre Reichweite nur erhöht.
Reale Beispiele zeigen, wie schnell Desinformation ein Publikum erreichen kann. Während des umfassenden Krieges hat das Zentrum zur Bekämpfung von Desinformation wiederholt falsche Meldungen über angebliche „Massenevakuierungen“ bestimmter Städte, die „Einkreisung“ ukrainischer Militärs oder die „Eroberung“ von Siedlungen widerlegt. Solche Beiträge wurden in Telegram-Kanälen und sozialen Netzwerken aktiv verbreitet, noch bevor offizielle Informationen erschienen, was Panik unter der Bevölkerung auslöste.
Російська пропаганда поширює фейк, імітуючи стиль EURONEWS
Російська пропаганда поширює фейк, імітуючи стиль EURONEWS
Ein weiteres Beispiel sind gefälschte Bilder, die im Stil von Veröffentlichungen renommierter internationaler Medien gestaltet sind. Insbesondere verbreiteten propagandistische Ressourcen gefälschte Materialien angeblich im Namen von „Euronews“, die erfundenen Meldungen über ukrainische Flüchtlinge enthielten. Trotz des Fehlens solcher Veröffentlichungen auf der offiziellen Website des Mediums verbreiteten sich die gefälschten Bilder schnell im Netz, und ihre Widerlegung erschien erst, nachdem Tausende von Nutzern die Informationen gesehen hatten.
Nicht weniger aufschlussreich ist die Praxis der Verbreitung gefälschter Dokumente. Das Zentrum zur Bekämpfung von Desinformation deckt regelmäßig falsche „Anordnungen“, „Briefe“ oder „Verfügungen“ von staatlichen Stellen auf, die erstellt werden, um ukrainische Institutionen zu diskreditieren oder Panikstimmungen zu verbreiten. Trotz offensichtlicher Anzeichen von Fälschung erreichen solche Materialien oft erhebliche Reichweiten durch Reposts und aktive Diskussionen.
Fachleute weisen darauf hin, dass selbst negative Reaktionen den Autoren manipulativer Inhalte zugutekommen können.
  • Kommentare. Selbst wenn ein Nutzer falsche Informationen widerlegt, registriert der Algorithmus die Aktivität und kann den Beitrag einer breiteren Öffentlichkeit empfehlen.
  • Reposts. Jede Verbreitung erhöht die Anzahl der Aufrufe, unabhängig davon, ob sie mit Kritik einhergeht.
  • Emotionale Reaktionen. Empörung, Lachen, Traurigkeit oder andere Reaktionen sind ebenfalls ein Signal für die Algorithmen über die Popularität des Inhalts.
  • Längeres Anschauen. Wenn ein Nutzer einen Beitrag lange liest oder ein Video ansieht, interpretiert das System dies als Interesse.
  • Aktive Diskussionen. Eine große Anzahl von Antworten und Streitigkeiten unter einem Beitrag fördert dessen weitere Verbreitung.
Deshalb empfehlen Experten, sich nicht auf endlose Streitigkeiten unter offensichtlich manipulativen Beiträgen einzulassen. Es ist viel effektiver, die Beschwerdefunktion zu nutzen, den Inhalt zu verbergen oder die Plattformverwaltung darüber zu informieren.
In der Ukraine engagiert sich das soziale Projekt BRAMA aktiv im Kampf gegen Desinformation und gefährliche Inhalte, das von Freiwilligen mit Unterstützung der Cyberpolizei der Ukraine ins Leben gerufen wurde. Die Teilnehmer helfen dabei, Ressourcen zu identifizieren, die russische Propaganda, Falschmeldungen, Betrugsmaschen und andere rechtswidrige Inhalte verbreiten, und nutzen offizielle Beschwerdemechanismen, um deren Verbreitung einzuschränken.
Проєкт "BRAMA"
Проєкт "BRAMA"
Neben der praktischen Arbeit zur Identifizierung gefährlicher Ressourcen fördert das Projekt BRAMA digitale Kompetenz und schult die Nutzer darin, Informationen, die sie in ihren Nachrichtenfeeds sehen, kritisch zu bewerten.
Im modernen Informationsraum beginnt der Kampf gegen Fakes nicht mit Algorithmen, sondern mit den Entscheidungen der Nutzer selbst. Wenn jeder vor einem Repost oder Kommentar sich die Frage stellt: „Ist diese Information verifiziert?“, werden die Möglichkeiten zur Verbreitung von Desinformation erheblich reduziert.
Gefällt dir?Reagieren
🧵

Dieser Beitrag hat noch keine Ergänzungen vom Autor.

Ефект репосту: як один клік допомагає поширювати фейки
26. Jun '26, 10:31 Uhr

Ефект репосту: як один клік допомагає поширювати фейки

2. Jul '26, 16:06 Uhr

Die Cyberpolizei von Kiew hat ein betrügerisches Callcenter aufgedeckt, das Bürger der USA um über 500.000 Dollar betrogen hat.

Drops: wie man kein "Geldmuli" für Betrüger wird
29. Jun '26, 12:47 Uhr

Drops: wie man kein "Geldmuli" für Betrüger wird